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    VL-ETF: Anbieter im Vergleich 2026, Kosten & Empfehlung

    Martin Sohn (IHK Bankfachwirt) und
    Experte für Finanzen

    Stand: 2. März 2026

    Die Anlage von vermögenswirksamen Leistungen in ETFs ermöglicht Arbeitnehmern, mit wenig Aufwand und ohne großes Risiko Vermögen aufzubauen und gleichzeitig von staatlichen Förderungen zu profitieren. Wir erläutern, wie ein VL-ETF Sparplan funktioniert und welche Anbieter sich lohnen.

    Seiteninhalt
    1. Anbieter im Vergleich
    2. Welcher Anbieter passt zu mir?
    3. Was ist ein VL-ETF Sparplan?
    4. Welche ETFs eignen sich?
    5. Vorteile und Nachteile
    6. Kosten
    7. Anbieter wechseln
    8. Staatliche Förderung
    9. Steuern
    10. FAQ
    ➥ Das Wichtigste in Kürze
    • Als Arbeitnehmer in Deutschland können Sie bis zu 40 Euro vermögenswirksame Leistungen pro Monat von Ihrem Arbeitgeber erhalten.
    • Das Geld kann in verschiedene Anlageformen, wie z.B. ETFs, einfließen.
    • Nur wenige Depotanbieter erlauben die Einzahlung von VL-ETF, siehe Vergleich unten.
    • Wer mit seinem zu versteuernden Einkommen unter 40.000 € (Eheleute 80.000 €) pro Jahr liegt, hat Anspruch auf die staatliche Arbeitnehmersparzulage.

    VL-ETF Anbieter im direkten Vergleich

    In ETFs lassen sich vermögenswirksame Leistungen besonders renditestark anlegen. Das liegt daran, dass die eingezahlten Beiträge durch niedrige Kosten nahezu vollständig für die Wertentwicklung genutzt werden können. Anhand der folgenden Tabelle können Sie Gebühren sowie Vor- und Nachteile verschiedener VL-ETF Anbieter vergleichen. Nehmen Sie hierzu entsprechende Filtereinstellungen vor.

    Höhe VL eingeben (0 - 40)
    Auswahl Fonds
    Staatliche Förderung
    Tabelle wird aktualisiert.
    Es wurde kein passender Anbieter gefunden.
     
    Anbieter
    Kosten
    Vor- und Nachteile
    zum Depot
     

    Evergreen

    Logo von Evergreen

    Kosten
    • Gesamtkosten: 0,79 % des Depotwertes pro Jahr.
      (z.B. bei 1.500 € = 11,85 € / Jahr)
    Vor- und Nachteile
    • niedrige Kosten (Preissieger!)
    • schnelle und einfache Anlage
    • Fokus auf Nachhaltigkeit
    • keine Sperrfrist
    • keine eigene Fondsauswahl
      (feste Anlagestrategie)
    • keine staatliche Förderung
    • Mindest-Sparrate: ab 1 Euro
    • Mindestlaufzeit: keine
    • eigene Fondsauswahl:  ✗︎
    • nachhaltige Investments wählbar:  ✓︎
    • Wechsel der Anlage während der Laufzeit:  ✗︎
    • weitere Sparpläne im gleichen Depot:  ✗︎
    • gemeinsame Nutzung mit Ehepartner:  ✗︎
    • vorzeitige Kündigung: gebührenfrei
     
     

    Finvesto

    Logo von Finvesto

    Kosten
    • Depotführung: 12 € / Jahr
    • Ausgabeaufschlag: Ø 1,25 %
      (entfällt bei ETFs)
    • Kosten für ETF: 0,20 % p.a.
    Vor- und Nachteile
    • niedrige Kosten
    • größte Auswahl an vl-fähigen Fonds
    • Arbeitnehmersparzulage
    • Sperrfrist
    • Mindest-Sparrate: ab 1 Euro
    • Mindestlaufzeit: 7 Jahre
    • eigene Fondsauswahl möglich:  ✓︎
    • nachhaltige Investments wählbar:  ✓︎
    • Wechsel des Fonds während der Laufzeit:  ✗︎
    • weitere Sparpläne im gleichen Depot:  ✓︎
    • gemeinsame Nutzung mit Ehepartner:  ✗︎
    • vorzeitige Kündigung: 10 Euro
     
     

    Oskar

    Logo von Oskar

    Kosten
    • Gesamtkosten: 1,0 % des Depotwertes pro Jahr
      (z.B. bei 1.500 € = 15,00 € / Jahr)
    Vor- und Nachteile
    • schnelle und einfache Anlage
    • Fokus auf Nachhaltigkeit
    • keine Sperrfrist
    • marktübliche Kosten
    • keine eigene Fondsauswahl
      (feste Anlagestrategie)
    • keine staatliche Förderung
    • Mindest-Sparrate: 25,00 €
    • Mindestlaufzeit: keine
    • eigene Fondsauswahl möglich:  ✗︎
    • nachhaltige Investments wählbar:  ✓︎
    • Wechsel des Fonds während der Laufzeit:  ✓︎
    • weitere Sparpläne im gleichen Depot:  ✓︎
    • gemeinsame Nutzung mit Ehepartner:  ✗︎
    • vorzeitige Kündigung: gebührenfrei
     
     

    Fidelity

    Logo von Fidelity

    Kosten
    • Depotgebühr: 12 € / Jahr
    • Ausgabeaufschlag: Ø 2,50 %
      (entfällt bei ETFs)
    • Kosten für ETF: 0,20 % p.a.
    Vor- und Nachteile
    • große Auswahl an vl-fähigen Sparplänen
    • Arbeitnehmersparzulage
    • marktübliche Kosten
    • Sperrfrist
    • Mindest-Sparrate: ab 13,29 €
    • Mindestlaufzeit: sieben Jahre
    • eigene Fondsauswahl möglich:  ✓︎
    • nachhaltige Investments wählbar:  ✓︎
    • Wechsel des Fonds während der Laufzeit:  ✓︎
    • weitere Sparpläne im gleichen Vertrag:  ✓︎
    • gemeinsame Nutzung mit Ehepartner:  ✗︎
    • vorzeitige Auflösung: 0,00 €
     
     

    ComDirect

    Logo der ComDirect

    Kosten
    • Depotführung: 12 € / Jahr
    • Ausgabeaufschlag: Ø 2,50 %
      (entfällt bei ETFs)
    • Kosten für ETF: 0,20 % p.a.
    Vor- und Nachteile
    • große Auswahl an vl-fähigen Sparplänen
    • Arbeitnehmersparzulage
    • marktübliche Kosten
    • Sperrfrist
    • nicht für Neukunden
      (Girokonto-Pflicht)
    • Mindest-Sparrate: 25,00 €
    • Mindestlaufzeit: 7 Jahre
    • eigene Fondsauswahl:  ✓︎
    • nachhaltige Investments wählbar:  ✓︎
    • Wechsel der Anlage während der Laufzeit:  ✗︎
    • weitere Sparpläne im gleichen Vertrag:  ✗︎
    • gemeinsame Nutzung mit Ehepartner:  ✗︎
    • vorzeitige Auflösung: 10 €
     
     

    Deka

    Logo von Deka

    Kosten
    • Depotführung: 12,50 € / Jahr
    • Ausgabeaufschlag: Ø 4,0 %
    • Fondskosten: 1,25 % p.a.
    Vor- und Nachteile
    • persönliche Beratung
    • Arbeitnehmersparzulage
    • Sperrfrist
    • kein Online-Abschluss möglich
    • hohe Kosten
    • Mindest-Sparrate: 26,00 €
    • Mindestlaufzeit: 7 Jahre
    • eigene Fondsauswahl:  ✓︎
    • nachhaltige Investments wählbar:  ✓︎
    • Wechsel der Anlage während der Laufzeit:  ✗︎
    • weitere Sparpläne im gleichen Vertrag:  ✗︎
    • gemeinsame Nutzung mit Ehepartner:  ✓︎
    • vorzeitige Auflösung: 25 €
     
     

    Union-Investment

    Logo von Union-Investment

    Kosten
    • Depotführung: 9,00 € / Jahr
    • Ausgabeaufschlag: Ø 5,0%
    • Fondskosten: Ø 1,50 % p.a.
    Vor- und Nachteile
    • persönliche Beratung
    • Arbeitnehmersparzulage
    • Sperrfrist
    • kein Online-Abschluss möglich
    • hohe Kosten
    • Mindest-Sparrate: 25,00 €
    • Mindestlaufzeit: 7 Jahre
    • eigene Fondsauswahl:  ✓︎
    • nachhaltige Investments wählbar:  ✓︎
    • Wechsel der Anlage während der Laufzeit:  ✓︎
    • weitere Sparpläne im gleichen Vertrag:  ✗︎
    • gemeinsame Nutzung mit Ehepartner:  ✗︎
    • vorzeitige Auflösung: 12,50 €
     
     

    Hinweise

    Kosten
    • Sternchen * bei Links: Hierbei handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Wenn Sie darauf klicken, und etwas abschließen, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten oder sonstige Nachteile. Sie unterstützen damit unsere Arbeit.
    • Sortierung: Unsere Bewertung basiert auf den geltenden Preis- und Leistungsverzeichnissen sowie Website-Auskünften der Unternehmen. Die aufgeführten Konditionen (zuletzt geprüft am 02.03.2026) gelten - abgesehen von ComDirect - für Neukunden. Die Rangfolge der Anbieter ergibt sich aus:
      • Gebühren (40 %)
      • Produktauswahl (20 %)
      • staatlicher Förderfähigkeit (20 %)
      • unkomplizierte Anlage (20 %)
    • Gewährleistung: Trotz gründlicher Recherche können wir keine Gewähr für Aktualität und Richtigkeit der Informationen übernehmen.

    Welcher Anbieter passt zu mir?

    Der Markt der VL-ETF Anbieter ist überschaubar. Umso wichtiger ist ein strukturierter Vergleich von Kosten, Förderfähigkeit und ETF-Auswahl. Die folgende Übersicht hilft Ihnen, das passende Depot zu finden. Eine tabellarische Gegenüberstellung finden Sie in der Tabelle oben.

    Finvesto

    Finvesto (FNZ Bank, früher ebase) bietet mit rund 700 vl-fähigen ETFs die größte Auswahl im Markt. Anleger können gezielt nach bekannten Gesellschaften wie iShares, Xtrackers oder Amundi filtern oder auf häufig gewählte ETFs zurückgreifen. Die Depotgebühr beträgt 12 Euro pro Jahr, die laufenden ETF-Kosten liegen durchschnittlich bei etwa 0,20 % p.a. Bei Einhaltung der Einkommensgrenzen ist ein Bezug der Arbeitnehmersparzulage möglich. Voraussetzung hierfür ist die Einhaltung der gesetzlichen Sperrfrist von 7 Jahren (6 Jahre Einzahlung plus 1 Ruhejahr).

    ➜ Geeignet für kostenbewusste Anleger mit Förderanspruch.

    Oskar

    Oskar ist ein sogenannter Robo-Advisor (digitale Vermögensverwaltung) und investiert anstatt in einzelne Werte in eine komplette Anlagestrategie. Eine eigene Fondsauswahl ist daher nicht möglich. Das macht die Anlage für Laien wiederum besonders schnell und einfach. Die klassische Sperrfrist entfällt, allerdings besteht im Gegenzug auch kein Anspruch auf staatliche Förderung. Die Kosten betragen 1,00 % des Depotwertes pro Jahr und steigen daher mit wachsendem Guthaben.

    ➜ Geeignet für VL-Sparer, die es einfach und flexibel mögen.

    Comdirect

    Die Commerzbank-Tochter Comdirect ist die einzige Direktbank im Vergleich. Sie kombiniert niedrige Depotgebühren mit einer breiten ETF-Auswahl und einer intuitiven Online-Abwicklung. Auch hier ist die Sperrfrist Voraussetzung für die staatlichen Zulagen. Das VL-Angebot gilt allerdings nicht für Neukunden, weshalb man bereits ein Girokonto bei Comdirect haben muss.

    ➜ Geeignet für bestehende Comdirect-Kunden.

    Fidelity

    Fidelity ist ein weltweit agierender Vermögensverwalter, der in Deutschland über die unternehmenseigene FIL Fondsbank Investmentlösungen anbietet. Fidelity bietet über 400 geeignete ETFs und Fonds an. Die Depotführung ist übersichtlich, die Kosten bewegen sich im marktüblichen Bereich. Wie bei Finvesto und Comdirect ist die Arbeitnehmersparzulage möglich, sofern die siebenjährige Laufzeit eingehalten wird.

    ➜ Geeignet für Anleger, die eine Alternative mit guter Produktauswahl suchen.

    Deka

    Deka vertreibt VL-ETF über die Sparkassen und setzt auf persönliche Beratung in der Filiale. Ein rein digitaler Abschluss ist nicht möglich. Die Fondsauswahl ist kleiner, die Kosten liegen über dem Niveau von Online-Anbietern. Auch hier gilt die gesetzliche Sperrfrist für die Förderung. Das Angebot richtet sich daher eher an klassische Filialkunden und weniger an internetaffine und preisbewusste Nutzer.

    ➜ Geeignet für Kunden, die Wert auf persönliche Betreuung legen.

    Fazit

    Die Wahl des passenden Anbieters hängt vor allem von den Prioritäten ab. Wer staatliche Zulagen nutzen möchte und Wert auf niedrige Kosten sowie eine große ETF-Auswahl legt, fährt in der Regel mit einer günstigen Direktbank / Broker am besten. Hier bietet insbesondere Finvesto ein überzeugendes Gesamtpaket. Anleger, die maximale Einfachheit und Flexibilität bevorzugen, finden mit Oskar eine komfortable Alternative. Klassische Filiallösungen wie Deka eignen sich für Kunden, die persönliche Beratung schätzen und dafür höhere Kosten akzeptieren.

    Wie funktioniert ein VL-ETF Sparplan?

    Bei einem VL-ETF Sparplan zahlt Ihr Arbeitgeber monatlich vermögenswirksame Leistungen – meist zwischen 6,65 und 40 Euro – in ein spezielles VL-Depot ein. Das Geld wird hierbei automatisch in einen börsengehandelten Indexfonds (kurz: ETF) investiert. Ein bestehender Sparplan kann dafür jedoch nicht genutzt werden, erforderlich ist ein eigener Vertrag bei einem zugelassenen Anbieter. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre: Sechs davon wird eingezahlt, gefolgt von einem Ruhejahr. Danach können Sie sich das Guthaben auszahlen lassen, weiter sparen oder ohne neue Beiträge investiert bleiben.

    Was ist ein VL ETF-Sparplan?

    Welche ETFs eignen sich für vermögenswirksame Leistungen?

    Für vermögenswirksame Leistungen kommen ausschließlich vl-fähige ETFs infrage. Diese müssen vom jeweiligen Anbieter entsprechend gekennzeichnet sein und einen Aktienanteil von mindestens 60 % aufweisen. Beliebt bei VL-Sparern sind breit gestreute Indexfonds auf internationale Aktienindizes, wie z.B. der Xtrackers MSCI-World oder der Vanguard FTSE All-World. Wichtig ist außerdem, dass der ETF zulagenberechtigt ist, wenn Sie die staatliche Förderung nutzen möchten. Ob ein Sparplan vl-fähig und förderfähig ist, erkennen Sie direkt bei der Auswahl im Depot des jeweiligen Anbieters.

    Wer statt eines passiven Indexfonds eine aktiv gemanagte Lösung bevorzugt, kann vermögenswirksame Leistungen auch in klassische Investmentfonds investieren. Einen strukturierten Überblick zum Thema finden Sie in unserem Ratgeber zu VL-Fondssparen.

    Vorteile und Nachteile im Überblick

    Die Anlage von VL-ETF bietet Arbeitnehmern eine einfache und kostengünstige Möglichkeit zum Vermögensaufbau. Anleger müssen jedoch langfristig planen und Verlustrisiken akzeptieren.

    Vorteile

    • Arbeitnehmer können ohne eigenes Risiko erste Erfahrungen mit Wertpapieren sammeln, da das Geld vom Arbeitgeber kommt.
    • Sparer können von den Wachstumschancen der Kapitalmärkte profitieren, ohne selbst Kenntnisse über die Börse zu haben.
    • attraktive staatliche Förderung
    • Geringe laufende Kosten im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds

    Nachteile

    • Kurzfristig besteht immer das Risiko von Kursverlusten.
    • Das Kapital ist i.d. Regel für sieben Jahre gebunden.
    • Höhe der Einzahlungen ist meist auf 40 € pro Monat begrenzt.
    • Verlust der staatlichen Förderung bei vorzeitiger Verfügung

    Für wen lohnt sich ein VL-ETF Sparplan?

    Mit einem VL-ETF Sparplan kann man schon mit kleinen monatlichen Beträgen Vermögen aufbauen, im besten Fall ohne eigenen Kapitaleinsatz. Der Anleger profitiert von den Ertragschancen der Kapitalmärkte, ohne selbst Kenntnisse über Aktien oder die Börse haben zu müssen. Dank niedriger Kosten wird der Sparbeitrag nahezu vollständig investiert. Voraussetzung ist jedoch, für eine gute Rendite ein gewisses Risiko einzugehen. Durch eine breite Streuung auf viele Unternehmen in Kombination mit der langen Laufzeit werden Verluste jedoch meist ausgeglichen. VL-Sparen mit ETF lohnt sich zudem für Arbeitnehmer, die bei Vertragsbeginn noch kein konkretes Sparziel haben.

    Was kostet VL-Sparen mit ETFs?

    Bei VL-Sparen mit ETFs entstehen sowohl Depotkosten (für die Verwahrung und Abwicklung) als auch fondsspezifische Kosten (für den gewählten ETF selbst).

    Depotkosten

    • Kontoführung: Entweder als fester Jahresbetrag (z. B. 12 €) oder prozentual vom Depotwert. Beispiel: Bei 1.500 € Depotwert und 1 % Gebühr entstehen 15 € pro Jahr.
    • Transaktionskosten: Für jede Sparplanausführung können Gebühren anfallen, häufig rund 0,2 % je Ausführung. Bei 40 € Sparrate entspricht das etwa 8 Cent pro Monat.
    • Vorzeitige Kündigung: Bei Vertragsauflösung vor Ablauf der Sperrfrist kann eine einmalige Gebühr anfallen, meist um die 10 €.

    Details zu Depotarten und Gebührenmodellen finden Sie im separaten Ratgeber zum VL-Depot

    Fondsspezifische Kosten

    • TER (laufende Fondskosten): Deckt Verwaltungs- und Vertriebskosten des ETF ab und wird jährlich prozentual vom Fondsvermögen abgezogen. Beispiel: Bei 6,5 % Rendite und 0,2 % TER verbleiben 6,3 %.
    • Ausgabeaufschlag (Agio): Eine einmalige Kaufgebühr von meist 1–5 %. Beispiel: Bei 40 € Sparrate und 3 % Agio werden 1,20 € einbehalten, 38,80 € investiert. Bei ETFs entfällt dieser in der Regel und betrifft daher überwiegend aktiv gemanagte Fonds.

    Kann man bei VL-ETF den Anbieter wechseln?

    Ein Anbieterwechsel ist während der siebenjährigen Sperrfrist grundsätzlich nicht möglich. Wer seinen VL-Vertrag vorzeitig umziehen möchte, muss ihn prämienschädlich kündigen und verliert dadurch in der Regel den Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage. Wir empfehlen folgende Alternativen:

    • Weitersparen bei fast abgelaufener Sperrfrist: Läuft der Vertrag nur noch 1–2 Jahre, führen Sie ihn bis zum Ende fort. Schließen Sie dann einen neuen VL-Vertrag bei einem anderen Anbieter ab.
    • Alten Vertrag ruhen lassen und neuen abschließen: Sie lassen den bestehenden Vertrag ohne Kündigung bestehen, stoppen jedoch die Einzahlungen. Gleichzeitig eröffnen Sie woanders ein neues Depot, in das der Arbeitgeber künftig einzahlt.
    • Beim alten Anbieter bleiben und ETF wechseln: Bei einigen Depots (siehe Tarifdetails) können Sie innerhalb des bestehenden Vertrags den Sparplan wechseln, ohne den Vertrag zu kündigen.
    • 2 VL-Verträge gleichzeitig besparen: Sie schließen einen neuen VL-Vertrag ab, führen den alten jedoch parallel weiter. Der Arbeitgeber muss jedoch nicht beide finanzieren. In dem Fall können Sie den alten Vertrag aus Ihrem Nettogehalt (also im Prinzip selbst) weiterbesparen.

    Bekomme ich eine staatliche Förderung?

    VL-Sparen mit ETF wird mit der sogenannten Arbeitnehmersparzulage staatlich gefördert. Diese beträgt 20 % auf bis zu 400 Euro Sparleistung pro Jahr, also maximal 80 Euro jährlich. Ehepaare können bis zu 160 Euro erhalten. Voraussetzung ist, dass das zu versteuernde Einkommen 40.000 Euro (Ledige) bzw. 80.000 Euro (Verheiratete) nicht übersteigt, siehe auch folgende Übersicht.

    max. geförderte Sparleistung
    Fördersatz
    = Förderhöchstbetrag pro Jahr
    max. geförderte Sparleistung
    400 € (ledig) / 800 € (verheiratet)
    Fördersatz
    20 %
    Förderhöchstbetrag pro Jahr
    80 € (ledig) / 160 € (verheiratet)

    Steuerliche Behandlung

    Erträge aus ETFs unterliegen grundsätzlich der Abgeltungssteuer (25 % zzgl. eventuell Kirchensteuer und Soli). Die Arbeitnehmersparzulage bleibt steuerfrei. Weitere Details zur steuerlichen Behandlung finden Sie in unserem Ratgeber zur VL-Steuererklärung.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Kann man vermögenswirksame Leistungen in ETF investieren?

    Ja. Das 5. Vermögensbildungsgesetz (§ 2) regelt, welche Anlageformen für vermögenswirksame Leistungen zulässig sind. Dazu gehört das sogenannte Wertpapiersparen. Hierunter fallen Investmentfonds, börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sowie fondsbasierte Vermögensbeteiligungen. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung „ETF“, sondern dass es sich rechtlich um ein fondsgebundenes Wertpapier handelt.

    Was passiert mit den VL nach 7 Jahren?

    Nach Ablauf der 7-jährigen Sperrfrist (6 Jahre Einzahlung plus 1 Ruhejahr) können Sie frei über Ihr Guthaben verfügen. Sie haben grundsätzlich vier Möglichkeiten:
    • Auszahlen lassen: Sparplan beenden und Guthaben überweisen lassen.
    • Weitersparen: Sparplan fortsetzen (bereits nach 6 Jahren möglich).
    • Investiert bleiben: Keine neuen Einzahlungen, Kapital bleibt aber angelegt.
    • Vorzeitig kündigen: Kündigung vor Ablauf möglich. Dabei kann jedoch die staatliche Förderung entfallen.

    Welcher VL-ETF Anbieter ist der beste?

    Den pauschal „besten“ Anbieter gibt es nicht. Entscheidend sind Ihre individuellen Anforderungen. Maßgeblich sind vor allem vier Kriterien:
    • Kosten: Depotgebühr, laufende ETF-Kosten (TER) und mögliche Zusatzgebühren
    • Förderfähigkeit: Möglichkeit, die Arbeitnehmersparzulage zu erhalten
    • ETF-Auswahl: Breite Produktpalette oder vorgegebene Anlagestrategie
    • Flexibilität: Sperrfrist, Kündigungsbedingungen und Anpassungsmöglichkeiten

    Gibt es auch nachhaltige VL-ETF (ESG)?

    Ja, inzwischen gibt es auch VL-ETF, die in Unternehmen mit hohen Umwelt- und Sozialstandards investieren. Diese lassen sich bei der Depoteröffnung über entsprechende Filtereinstellungen gezielt auswählen. Dort sind i.d. Regel auch die jeweiligen Nachhaltigkeitsschwerpunkte (ESG-Kriterien) Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) aufgeführt.

    Kann man VL in einen bestehenden ETF-Sparplan einzahlen?

    Nein. Vermögenswirksame Leistungen müssen in einen eigenen, speziell gekennzeichneten VL-Vertrag fließen, damit die staatliche Förderung korrekt zugeordnet werden kann. Ein bestehender ETF-Sparplan reicht dafür nicht aus. Bei manchen Anbietern können jedoch mehrere Sparpläne – mit und ohne VL – innerhalb desselben Depots geführt werden. Details finden Sie im Vergleich oben.
    Seiteninhalt
    1. Anbieter im Vergleich
    2. Welcher Anbieter passt zu mir?
    3. Was ist ein VL-ETF Sparplan?
    4. Welche ETFs eignen sich?
    5. Vorteile und Nachteile
    6. Kosten
    7. Anbieter wechseln
    8. Staatliche Förderung
    9. Steuern
    10. FAQ
    vermoegenswirksame-leistungen.de

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