Wer vermögenswirksame Leistungen in Fonds oder ETFs anlegen möchte, benötigt hierfür ein spezielles VL-Depot. Dieses bietet jedoch nicht jede Bank an. Unser VL-Depot Vergleich zeigt, welche Anbieter infrage kommen, welche Kosten entstehen und worauf bei der Auswahl zu achten ist.
- 1. Im Betrieb nach VL erkundigen. Tipp: Erhalten Sie weniger als 40 Euro monatlich, stocken Sie die Differenz möglichst aus Ihrem Netto auf. Sie profitieren dann von höheren Renditechancen und zusätzlicher staatlicher Förderung.
- 2. Depot online eröffnen, siehe passende Anbieter im Vergleich.
- 3. Fonds auswählen und Sparplan einrichten.
- 4. Bescheinigung der Depotbank an Arbeitgeber überreichen.
VL-Depot: Anbieter im Vergleich
Anhand der folgenden Übersicht können Sie spezielle VL-Depots nach Kosten, Fondsauswahl, Förderfähigkeit und monatlichem Mindestbeitrag vergleichen. Nehmen Sie entsprechende Filter-Einstellungen vor. Die Tabelle aktualisiert sich automatisch.
Evergreen

- Gesamtkosten: 0,79 % des Depotwertes pro Jahr.
(z.B. bei 1.500 € = 11,85 € / Jahr)
- niedrige Kosten (Preissieger!)
- schnelle und einfache Anlage
- Fokus auf Nachhaltigkeit
- keine Sperrfrist
- keine eigene Fondsauswahl
(feste Anlagestrategie) - keine staatliche Förderung
- Mindest-Sparrate: ab 1 Euro
- Mindestlaufzeit: keine
- eigene Fondsauswahl: ✗︎
- nachhaltige Investments wählbar: ✓︎
- Wechsel der Anlage während der Laufzeit: ✗︎
- weitere Sparpläne im gleichen Depot: ✗︎
- gemeinsame Nutzung mit Ehepartner: ✗︎
- vorzeitige Kündigung: gebührenfrei
Finvesto

- Depotführung: 12 € / Jahr
- Ausgabeaufschlag: Ø 1,25 %
(entfällt bei ETFs) - Kosten für ETF: 0,20 % p.a.
- niedrige Kosten
- größte Auswahl an vl-fähigen Fonds
- Arbeitnehmersparzulage
- Sperrfrist
- Mindest-Sparrate: ab 1 Euro
- Mindestlaufzeit: 7 Jahre
- eigene Fondsauswahl möglich: ✓︎
- nachhaltige Investments wählbar: ✓︎
- Wechsel des Fonds während der Laufzeit: ✗︎
- weitere Sparpläne im gleichen Depot: ✓︎
- gemeinsame Nutzung mit Ehepartner: ✗︎
- vorzeitige Kündigung: 10 Euro
Oskar

- Gesamtkosten: 1,0 % des Depotwertes pro Jahr
(z.B. bei 1.500 € = 15,00 € / Jahr)
- schnelle und einfache Anlage
- Fokus auf Nachhaltigkeit
- keine Sperrfrist
- marktübliche Kosten
- keine eigene Fondsauswahl
(feste Anlagestrategie) - keine staatliche Förderung
- Mindest-Sparrate: 25,00 €
- Mindestlaufzeit: keine
- eigene Fondsauswahl möglich: ✗︎
- nachhaltige Investments wählbar: ✓︎
- Wechsel des Fonds während der Laufzeit: ✓︎
- weitere Sparpläne im gleichen Depot: ✓︎
- gemeinsame Nutzung mit Ehepartner: ✗︎
- vorzeitige Kündigung: gebührenfrei
Fidelity

- Depotgebühr: 12 € / Jahr
- Ausgabeaufschlag: Ø 2,50 %
(entfällt bei ETFs) - Kosten für ETF: 0,20 % p.a.
- große Auswahl an vl-fähigen Sparplänen
- Arbeitnehmersparzulage
- marktübliche Kosten
- Sperrfrist
- Mindest-Sparrate: ab 13,29 €
- Mindestlaufzeit: sieben Jahre
- eigene Fondsauswahl möglich: ✓︎
- nachhaltige Investments wählbar: ✓︎
- Wechsel des Fonds während der Laufzeit: ✓︎
- weitere Sparpläne im gleichen Vertrag: ✓︎
- gemeinsame Nutzung mit Ehepartner: ✗︎
- vorzeitige Auflösung: 0,00 €
ComDirect

- Depotführung: 12 € / Jahr
- Ausgabeaufschlag: Ø 2,50 %
(entfällt bei ETFs) - Kosten für ETF: 0,20 % p.a.
- große Auswahl an vl-fähigen Sparplänen
- Arbeitnehmersparzulage
- marktübliche Kosten
- Sperrfrist
- nicht für Neukunden
(Girokonto-Pflicht)
- Mindest-Sparrate: 25,00 €
- Mindestlaufzeit: 7 Jahre
- eigene Fondsauswahl: ✓︎
- nachhaltige Investments wählbar: ✓︎
- Wechsel der Anlage während der Laufzeit: ✗︎
- weitere Sparpläne im gleichen Vertrag: ✗︎
- gemeinsame Nutzung mit Ehepartner: ✗︎
- vorzeitige Auflösung: 10 €
Deka

- Depotführung: 12,50 € / Jahr
- Ausgabeaufschlag: Ø 4,0 %
- Fondskosten: 1,25 % p.a.
- persönliche Beratung
- Arbeitnehmersparzulage
- Sperrfrist
- kein Online-Abschluss möglich
- hohe Kosten
- Mindest-Sparrate: 26,00 €
- Mindestlaufzeit: 7 Jahre
- eigene Fondsauswahl: ✓︎
- nachhaltige Investments wählbar: ✓︎
- Wechsel der Anlage während der Laufzeit: ✗︎
- weitere Sparpläne im gleichen Vertrag: ✗︎
- gemeinsame Nutzung mit Ehepartner: ✓︎
- vorzeitige Auflösung: 25 €
Union-Investment

- Depotführung: 9,00 € / Jahr
- Ausgabeaufschlag: Ø 5,0%
- Fondskosten: Ø 1,50 % p.a.
- persönliche Beratung
- Arbeitnehmersparzulage
- Sperrfrist
- kein Online-Abschluss möglich
- hohe Kosten
- Mindest-Sparrate: 25,00 €
- Mindestlaufzeit: 7 Jahre
- eigene Fondsauswahl: ✓︎
- nachhaltige Investments wählbar: ✓︎
- Wechsel der Anlage während der Laufzeit: ✓︎
- weitere Sparpläne im gleichen Vertrag: ✗︎
- gemeinsame Nutzung mit Ehepartner: ✗︎
- vorzeitige Auflösung: 12,50 €
Hinweise
- Sternchen * bei Links: Hierbei handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Wenn Sie darauf klicken, und etwas abschließen, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten oder sonstige Nachteile. Sie unterstützen damit unsere Arbeit.
- Sortierung: Unsere Bewertung basiert auf den geltenden Preis- und Leistungsverzeichnissen sowie Website-Auskünften der Unternehmen. Die aufgeführten Konditionen (zuletzt geprüft am 02.03.2026) gelten - abgesehen von ComDirect - für Neukunden. Die Rangfolge der Anbieter ergibt sich aus:
- Gebühren (40 %)
- Produktauswahl (20 %)
- staatlicher Förderfähigkeit (20 %)
- unkomplizierte Anlage (20 %)
- Gewährleistung: Trotz gründlicher Recherche können wir keine Gewähr für Aktualität und Richtigkeit der Informationen übernehmen.
Entscheidungshilfe: Welches Depot passt zu mir?
Je nach Sparrate, Förderanspruch und gewünschter Flexibilität kommen unterschiedliche Anbieter infrage:
- Flexibel und kostengünstig: → Finvesto oder Evergreen: (beide ab 1 € Sparrate; Finvesto zusätzlich mit Förderfähigkeit)
- Mit staatlicher Förderung: → Finvesto, Deka, Union Investment, (Comdirect nur für Bestandskunden)
- Große Auswahl an Fonds und ETFs: → Finvesto oder Fidelity
- Persönliche Beratung vor Ort: → Deka (Sparkassen) oder Union Investment (Volks- und Raiffeisenbanken)
- Einfache Komplettlösung (schnell & einfach beantragen): → Evergreen oder Oskar
Was ist ein VL-Depot?
Ein VL-Depot ist ein zweckgebundenes Wertpapierdepot zur Anlage vermögenswirksamer Leistungen (VL). Es dient der Abwicklung der Arbeitgeberzahlungen und der Verwaltung des zugehörigen Sparplans. Die monatlichen Beträge werden i.d. Regel in Fonds oder ETFs investiert. Die Einzahlungen erfolgen hauptsächlich über den Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer kann jedoch zusätzlich Teile seines Nettolohns vermögenswirksam anlegen (aufstocken). Für VL gilt die sogenannte 6+1-Regel: Sechs Jahre wird angespart, darauf folgt ein beitragsfreies Jahr. Diese Bindung betrifft jedoch nur den Sparplan: Das Depot selbst kann darüber hinaus weitergeführt werden. Der Ablauf im Überblick:

Wie eröffne ich ein VL-Depot?
Die Eröffnung eines VL-Depots erfolgt heute vollständig digital und ähnelt der Beantragung eines Online-Girokontos oder Wertpapierdepots. Eine postalische Rücksendung von Unterlagen ist in den meisten Fällen nicht mehr erforderlich. Der Ablauf im Überblick:
- Anbieter auswählen: Entscheiden Sie sich für ein Depot und starten Sie den Online-Antrag.
- Daten eingeben: Erfassen Sie Ihre persönlichen Angaben im Antragsformular.
- Identität bestätigen: Meist per Post-Ident, Video-Ident oder E-Ident-Verfahren.
- Zugangsdaten: Nach wenigen Tagen erhalten Sie per Post Zugangs-ID und PIN (separat).
- Sparplan einrichten: z.B. über Liste, ISIN, oder die Suchfunktion.
- Arbeitgeber informieren: Überreichen Sie Ihrem Chef den Antrag auf Überweisung.
Welche Kosten fallen an?
Ein VL-Depot verursacht eigene Kosten, die unabhängig von der gewählten Anlageform entstehen. Die Anbieter Evergreen und Oskar berechnen die Gebühren pauschal in Prozent des aktuellen Anlagewertes. Die einzelnen Kostenarten werden hier nicht separat ausgewiesen.
Typische Depotkosten bei vermögenswirksamen Leistungen sind:
- Depotführungsgebühr: feste Jahrespauschale (z. B. 0–15 € pro Jahr)
- Abwicklungsgebühr: ggf. zusätzliche Gebühr für die Verwaltung des VL-Vertrags
- Ordergebühren: Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf der Anteile
- Ausgabeaufschlag (Agio): einmalige Kaufgebühr bei vielen aktiv gemanagten Fonds
Abgrenzung: Depotkosten und Fonds-/ ETF-Kosten
Neben den genannten Depotgebühren entstehen bei Fonds zusätzliche produktbezogene Kosten. Dazu zählen insbesondere die laufenden Verwaltungs- und Managementgebühren, die in der sogenannten Gesamtkostenquote (TER) enthalten sind, siehe Darstellung im Kapitel VL-ETF.
Welche Risiken gibt es?
Ein Wertpapierdepot für VL bietet keine garantierte Verzinsung wie z.B. ein VL-Bausparvertrag. Jedoch handelt es sich um überschaubare monatliche Beträge, die langfristig investiert werden. Zudem stammt das Kapital ganz oder teilweise vom Arbeitgeber, wodurch das eigene finanzielle Risiko zusätzlich begrenzt wird.
- Kursrisiko: Eine Anlage in Wertpapieren unterliegt den üblichen Kursschwankungen an der Börse. Dies kann dazu führen, dass der Depotwert zeitweise unter den eingezahlten Beträgen liegen kann. Mehr zu den speziellen Risiken von VL-Fondssparen
- Laufzeitrisiko: Die Anlagedauer bei VL beträgt sieben Jahre. Endet die Laufzeit in einer schwächeren Marktphase, kann der Auszahlungsbetrag niedriger ausfallen als erwartet.
- Kostenrisiko: Hohe Ausgabeaufschläge oder Gebühren wirken sich unabhängig von der Marktentwicklung auf die Rendite aus. Ein Depotvergleich hilft, Gebühren zu minimieren.
- Verlust der Förderung: Wird der VL-Vertrag vor Ablauf der Sperrfrist beendet, kann der Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage entfallen. Eine vorzeitige Verfügung sollte daher gut geprüft werden.
Was passiert mit den VL nach 7 Jahren?
Nach sieben Jahren endet die Laufzeit des VL-Vertrags (sog. Sperrfrist). Die bisher gesperrten Fondsanteile werden in freie umgewandelt. Die Bindung betrifft jedoch lediglich den Sparplan, nicht das Depot selbst. Dieses kann in vielen Fällen weitergeführt werden, siehe folgende Möglichkeiten:
- Auszahlung der VL ohne Fortsetzung: Sie können die Fondsanteile zum aktuellen Börsenkurs verkaufen und sich den Erlös auszahlen lassen. Das VL-Depot wird in ein reguläres Wertpapierdepot mit Standardkonditionen umgewandelt und steht für andere Anlagen zur Verfügung.
- VL-Sparen fortsetzen: Viele Anleger schließen direkt im Anschluss einen neuen VL-Sparplan ab. Dies ist übrigens schon nach sechs Jahren möglich. Das Ruhejahr muss also nicht abgewartet werden. So können die Arbeitgeberzahlungen ohne Unterbrechung weiterlaufen.
- Anteile halten: Sie behalten die bestehenden Fonds, ohne neue Beiträge einzuzahlen. Auch hier wird aus dem VL-Vertrag nach 7 Jahren ein Standarddepot.
- Kündigung: Mit einer Kündigung werden nicht nur die Anteile verkauft, sondern das komplette Depot aufgelöst, siehe nächster Abschnitt.
VL-Depot kündigen oder übertragen: Was ist zu beachten?
Ein VL-Depot lässt sich grundsätzlich kündigen oder auf einen anderen Anbieter übertragen. Maßgeblich ist, ob die gesetzliche Sperrfrist bereits abgelaufen ist.
Kündigung nach Ablauf der Sperrfrist
Sobald die siebenjährige Bindung (6+1-Regel) beendet ist, können Sie frei über Ihr Depot verfügen. Weder eine Kündigung noch ein Anbieterwechsel haben dann Auswirkungen auf eine mögliche staatliche Förderung.
Kündigung und Auszahlung
Die im Depot gehaltenen Fonds- oder ETF-Anteile werden verkauft, der Erlös wird auf Ihr Referenzkonto (Girokonto) überwiesen. Die Beendigung erfolgt in der Regel über das Online-Banking oder schriftlich unter Angabe der Depot- bzw. Vertragsnummer.
Depotübertrag (Anbieterwechsel)
Alternativ können die Wertpapiere direkt zu einem anderen Depotanbieter übertragen werden, ohne sie zuvor zu veräußern. Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn günstigere Konditionen, eine größere Produktauswahl oder bessere Serviceleistungen gewünscht werden.
Kündigung während der Sperrfrist
Innerhalb der siebenjährigen Laufzeit sind sowohl eine Kündigung als auch ein Depotübertrag grundsätzlich möglich. In vielen Fällen gilt dies jedoch als prämienschädliche Verfügung. Das bedeutet: Besteht Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage, kann dieser bei einer vorzeitigen Beendigung oder Übertragung entfallen. Ob die Anteile verkauft oder übertragen werden, spielt dabei keine Rolle.


