Mit dem 50-Euro-Sachbezug können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern monatlich eine steuerfreie Zusatzleistung gewähren. Damit die Vorteile erhalten bleiben, müssen jedoch bestimmte steuerliche und rechtliche Voraussetzungen erfüllt sein. Die wichtigsten Regeln im Überblick.
- Der Sachbezug muss zusätzlich zum regulären Arbeitslohn erbracht werden.
- Die Leistung darf nicht in bar erfolgen, zulässig sind jedoch Gutscheine oder Geldkarten.
- Die 50-Euro-Grenze gilt pro Monat und Arbeitnehmer.
- Wird die Freigrenze überschritten, geht der komplette Steuervorteil verloren.
Was ist der 50-Euro-Sachbezug?
Der 50-Euro-Sachbezug ist eine steuerliche Regelung, die Arbeitgebern ermöglicht, ihren Mitarbeitern monatlich Sachleistungen im Wert von bis zu 50 Euro zusätzlich zum Arbeitslohn zukommen zu lassen. Hierbei handelt es sich um Leistungen, die nicht in Form von Bargeld ausgezahlt werden. Die Grundlage hierfür bildet § 8 Abs. 2 Satz 11 Einkommensteuergesetz (EStG). Werden die gesetzlichen Voraussetzungen eingehalten, bleibt der Sachbezug für Arbeitnehmer steuer- und sozialabgabenfrei.
Wichtig: Beim 50-Euro-Sachbezug handelt es sich um eine Freigrenze. Wird diese auch nur geringfügig überschritten, ist der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig.
Beispiele für den 50-Euro-Sachbezug
Nicht jede Gutschein- oder Kartenlösung zählt automatisch als Sachbezug. Entscheidend ist, dass die Leistung zweckgebunden bleibt und nicht wie Bargeld verwendet werden kann. Die folgende Übersicht zeigt typische zulässige und unzulässige Beispiele.
Zulässig sind
Nicht erlaubt
- Tankgutscheine
- Einkaufsgutscheine z.B. für Supermärkte, Drogerien und Online-Shops
- Eintrittskarten für Kino, Theater oder Veranstaltungen
- Fitness- und Gesundheitsangebote als Sachleistung
- Sachbezugskarten mit begrenzten Einsatzmöglichkeiten
- Auszahlung des Sachbezugs in Geld
- Überweisungen auf das Girokonto
- Geldkarten mit Bargeldfunktion
- Frei verfügbare Geldleistungen
- Umwandlung einer bereits vereinbarten Gehaltserhöhung
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Damit der 50-Euro-Sachbezug steuer- und sozialabgabenfrei bleibt, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Diese gelten unabhängig davon, ob die Leistung über Gutscheine, Geldkarten oder Sachbezugskarten erfolgt.
- Der Sachbezug darf den Wert von 50 Euro pro Monat und Arbeitnehmer nicht überschreiten.
- Die Leistung muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden.
- Eine Barauszahlung des Betrags ist nicht zulässig.
- Gutscheine und Geldkarten dürfen nur für bestimmte Waren oder Dienstleistungen eingesetzt werden und nicht wie frei verfügbares Bargeld funktionieren.
In der Praxis kommt es besonders häufig zu Problemen bei Gutscheinen und Geldkarten. Nicht jede Karte erfüllt die steuerlichen Anforderungen. Arbeitgeber sollten daher vor der Einführung prüfen, ob die gewählte Lösung für den steuerfreien Sachbezug geeignet ist.
Was passiert bei Überschreitung der Sachbezugsfreigrenze
Beim 50-Euro-Sachbezug handelt es sich um eine Freigrenze. Das bedeutet: Wird diese Sachbezugsfreigrenze überschritten, ist der komplette Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig.
Praktisches Beispiel
Eine Arbeitnehmerin erhält im selben Monat einen Tankgutschein über 30 Euro und zusätzlich einen Einkaufsgutschein über 25 Euro. Der gesamte Sachbezug beträgt damit 55 Euro. Da die Freigrenze überschritten wird, fallen für die kompletten 55 Euro Steuern und Sozialabgaben an.
Wer zahlt die Steuern und Sozialabgaben bei Überschreitung?
Die Lohnsteuer trägt der Arbeitnehmer. Die Sozialversicherungsbeiträge teilen sich beide Parteien. Der Arbeitgeber behält die fälligen Beträge über die Gehaltsabrechnung ein und führt sie an das Finanzamt sowie die Sozialversicherungsträger ab.
Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Der 50-Euro-Sachbezug wird häufig anstelle einer klassischen Gehaltserhöhung eingesetzt. Der Vorteil: Arbeitnehmer erhalten einen höheren finanziellen Mehrwert als bei einer vergleichbaren Bruttolohnerhöhung.
| Für Arbeitnehmer | Für Arbeitgeber |
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Unsere Einschätzung: Der 50-Euro-Sachbezug zählt zu den attraktivsten steuerfreien Arbeitgeberleistungen. Er eignet sich besonders für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern mit überschaubarem Aufwand einen zusätzlichen Mehrwert bieten möchten. Gleichzeitig profitieren Arbeitnehmer von einer spürbaren finanziellen Entlastung im Alltag. Zu beachten ist jedoch, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden müssen. Zudem ist der Vorteil auf 50 Euro pro Monat begrenzt und kann eine Gehaltserhöhung nicht vollständig ersetzen.
Welche Rolle spielen Sachbezugskarten?
Sachbezugskarten gehören heute zu den beliebtesten Möglichkeiten, den 50-Euro-Sachbezug in Unternehmen praktisch umzusetzen. Arbeitgeber laden die Karte regelmäßig mit dem vorgesehenen Betrag auf. Arbeitnehmer können das Guthaben bei teilnehmenden Akzeptanzstellen, wie z.B. in Geschäften, Supermärkten, Drogerien oder Tankstellen nutzen. Für Arbeitgeber bieten Sachbezugskarten vor allem den Vorteil einer einfachen Verwaltung. Arbeitnehmer profitieren von einer flexiblen Nutzung im Alltag.
Häufige Fehler beim 50-Euro-Sachbezug
Damit die steuerlichen Vorteile erhalten bleiben, sollten Arbeitgeber einige typische Fehler vermeiden.
- Die monatliche Freigrenze von 50 Euro wird überschritten.
- Der Sachbezug ersetzt eine bereits vereinbarte Gehaltszahlung.
- Es werden unzulässige Gutscheine oder Geldkarten verwendet.
- Eine Barauszahlung wird fälschlicherweise als Sachbezug behandelt.
- Die gesetzlichen Voraussetzungen werden nicht regelmäßig überprüft.
In der Praxis gilt: Besonders häufig treten Fehler bei der Auswahl ungeeigneter Gutscheine oder Karten auf. Arbeitgeber verlassen sich teilweise auf ältere Informationen, obwohl sich die steuerlichen Anforderungen in den vergangenen Jahren mehrfach geändert haben.


