Viele Arbeitnehmer verschenken bei vermögenswirksamen Leistungen Jahr für Jahr Geld, ohne es zu merken. Nicht beantragte Arbeitgeberzuschüsse, vergessene Förderungen oder ungeeignete Anlageformen gehören zu den häufigsten VL-Fehlern. Wie Sie Probleme vermeiden können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
- Wer sich nicht um seine VL kümmert, verzichtet möglicherweise auf mehrere Tausend Euro.
- Staatliche Förderungen bleiben oft ungenutzt, obwohl die Voraussetzungen erfüllt sind.
- Bei niedrigen Arbeitgeberzuschüssen kann eine Aufstockung der VL sinnvoll sein.
- Die passende Anlageform und niedrige Kosten sind wichtige Bausteine für einen erfolgreichen Vermögensaufbau mit vermögenswirksamen Leistungen.
Fehler 1: Vermögenswirksame Leistungen gar nicht erst beantragen
Der erste Fehler ist gleichzeitig der teuerste: Viele Arbeitnehmer haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen, nutzen den Vorteil aber nicht. Das liegt häufig daran, dass Arbeitgeber die Leistung nicht aktiv anbieten oder Beschäftigte nichts davon wissen. Je nach Betrieb können monatlich bis zu 40 Euro zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden. Über die Laufzeit eines VL-Vertrags von 7 Jahren (6 Jahre Einzahlung + 1 Ruhejahr) können so mehrere Tausend Euro zusammenkommen.
Beispiel: Wer monatlich 40 Euro VL nicht nutzt, verzichtet innerhalb der regulären Laufzeit auf 2.880 Euro Arbeitgeberleistungen. Staatliche Förderungen und mögliche Erträge sind noch nicht eingerechnet.
So vermeiden Sie den Fehler
- Rechtzeitig informieren.
- Eigenen VL-Anspruch prüfen.
- So früh wie möglich VL-Vertrag abschließen.
- Monatliches Geld zum Vermögensaufbau nutzen.
Weiterlesen: Wie Sie die Zahlungen vom Arbeitgeber erhalten, erfahren Sie in unserem Ratgeber: Vermögenswirksame Leistungen beantragen.
Fehler 2: Staatliche Förderung nicht nutzen
Viele Arbeitnehmer erhalten vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber, verzichten jedoch auf die zusätzliche staatliche Förderung. Dabei sind bis zu 80 Euro Arbeitnehmersparzulage pro Jahr möglich, bei Ehepaaren sogar bis zu 160 Euro. Besonders ärgerlich: Die Förderung wird nicht automatisch ausgezahlt, sondern muss über die Steuererklärung beantragt werden. Wer sich nicht darum kümmert, verschenkt möglicherweise jedes Jahr Geld vom Staat.
So gehen Sie vor
- Möglichkeiten der staatlichen Förderung prüfen.
- Informieren Sie sich über die geltenden Einkommensgrenzen.
- Nutzen Sie eine förderfähige Anlageform.
- Beantragen Sie die Förderung über die jährliche Steuererklärung.
In der Praxis gilt: Die Arbeitnehmersparzulage kann die Rendite von VL deutlich erhöhen. Deshalb lohnt es sich, die Fördermöglichkeiten frühzeitig zu prüfen.
Weiterlesen: Alle Voraussetzungen und Förderhöhen finden Sie in unserem Ratgeber: Arbeitnehmersparzulage.
Fehler 3: Vermögenswirksame Leistungen nicht aufstocken
Viele Arbeitgeber zahlen weniger als die häufig genannten 40 Euro pro Monat. Zahlreiche Arbeitnehmer belassen es bei diesem Zuschuss und verzichten auf die Möglichkeit, die Sparrate mit eigenen Beiträgen zu erhöhen. Dadurch wird das Potenzial der VL oft nicht vollständig ausgeschöpft. Wer statt 6,65 Euro die vollen 40 Euro monatlich investiert, spart über die Laufzeit mehr als das sechsfache Kapital an.
So vermeiden Sie den Fehler
- Höhe des Arbeitgeberzuschusses prüfen.
- Bei weniger als 40 € die Differenz vom eigenen Netto ergänzen.
Unsere Einschätzung: Wer seine VL aufstockt, kann langfristig mehr Vermögen aufbauen und zudem die staatliche Förderung besser nutzen. Mit steigenden Einzahlungen erhöhen sich auch die Zulagen.
Weiterlesen: Wie die Aufstockung funktioniert und wann sie sinnvoll ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber: Vermögenswirksame Leistungen aufstocken.
Fehler 4: Die falsche Anlageform wählen
Viele Arbeitnehmer schließen den erstbesten VL-Vertrag ab, ohne sich mit den verschiedenen Anlageformen zu beschäftigen. Dadurch wählen sie nicht immer die Lösung, die am besten zu den eigenen Sparzielen passt.
So machen Sie es besser
- Eigene Ziele festlegen, wie z.B. maximale Rendite, Immobilienfinanzierung oder sicher sparen.
- Verschiedene Anlageformen vergleichen.
Tipp: Welche Anlagen für VL zur Verfügung stehen und für wen sie geeignet sind, erfahren Sie in unserem Ratgeber: Vermögenswirksame Leistungen anlegen.
Fehler 5: VL-Vertrag nach Arbeitgeberwechsel nicht weiterführen
Bei einem Arbeitgeberwechsel wird der bestehende VL-Vertrag häufig vergessen. Die Folge: Der neue Arbeitgeber zahlt zumindest einige Zeit keine vermögenswirksamen Leistungen ein und der Vermögensaufbau wird unnötig unterbrochen.
So gehen Sie vor
- Direkt beim Einstieg an die VL denken.
- Beim neuen Arbeitgeber über Anspruch informieren.
- VL-Bescheinigung beim Anbieter anfordern und im Betrieb einreichen.
In der Praxis gilt: Nach einem Jobwechsel sollten Sie sich zeitnah darum kümmern, dass die VL-Zahlungen weiterlaufen. So vermeiden Sie, dass Ihnen Arbeitgeberzuschüsse entgehen.
Weiterlesen: Details zum genauen Ablauf erfahren Sie im Ratgeber: VL bei Arbeitgeberwechsel.
Fehler 6: Die Sperrfrist nicht beachten
Nach den Regelungen des 5. Vermögensbildungsgesetzes sind vermögenswirksame Leistungen grundsätzlich auf eine Sperrfrist von sieben Jahren ausgelegt. Eine frühere Auszahlung ist zwar grundsätzlich möglich, jedoch gehen dann wichtige Vorteile wie z.B. der Anspruch auf die staatliche Förderung oder zusätzliche Rendite verloren.
So vermeiden Sie Probleme
- VL als langfristige Anlage betrachten.
- Vertrag nicht vor Ablauf der Sperrfrist kündigen.
Weiterlesen: Mehr zur Sperrfrist bei vermögenswirksamen Leistungen.
Fehler 7: Die Kosten des Vertrags ignorieren
Viele Arbeitnehmer achten bei der Auswahl eines VL-Vertrags vor allem auf Sparziel oder Rendite, was grundsätzlich auch nicht falsch ist. Laufende Kosten geraten dabei oft in den Hintergrund, obwohl sie den Ertrag spürbar verringern können.
So handeln Sie richtig
- Nicht nur auf Werbeversprechen schauen.
- Auf Depot-, Konto- und Produktkosten achten.
- Kosten verschiedener Angebote vergleichen, z.B. für VL-Bausparen oder VL-ETF.
Unsere Einschätzung: Bereits wenige Euro zusätzliche Kosten pro Jahr können die Rendite über die gesamte Laufzeit spürbar reduzieren. Ein genauer Blick lohnt sich daher immer.



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